Schlankes Audio-Setup mit Rode NT1a & Steinberg UR12

Angeregt durch die Kommentare auf einen Twitter-Beitrag zu meinem “dicken” Setup und den damit verbundenen Kosten habe ich nochmal ein mittleres Budget-Paket gestrickt, das deutlich günstiger ist, aber ebenfalls sehr hochwertig klingt.

Die Antwort von Caro hat mich dazu animiert, zwei günstigere Setups zu konzipieren.

Kondensator-Mikro für die Radiostimme

Kern ist das Rode NT-1a – in der Kategorie der Kondensator-Mikrofone bezahlbar, mit einem Spitzenklang und beliebt bei vielen YouTubern. Aus leidvoller Erfahrung hier ein kleiner Hinweis: Das Mikrofon hat eine Vorderseite, in die man reinspricht – Rode hilft dem Anwender hier mit einem goldenen Punkt. Nimmt der Anwender (bewusst so geschrieben) diesen nicht wahr, klingt das Mikrofon scheiße.

Der goldene Punkt muss nach vorn ausgerichtet werden.

Die Mikrofone gibt es in nicht-corona-Zeiten auch häufig gebraucht für deutlich günstigere Preise, die Spinne als Tisch-Schallschluck-Element und ein Popschutz sollten unbedingt mit dabei sein, nachträglich sind die Elemente meist sehr teuer.

USB – fehleranfälliger als XLR

Alternativ für den direkten Anschluss an den Rechner gibt es z. B. das Blue Yeti (oder das etwas kleinere Nano oder das Rode NT-USB bzw. das Mini) – mit Glück bekommt man die Geräte für rund 100 Euro. Als Tipp: Als Paket mit Schwenkarm (ich habe das hier) sind gegenüber den Einzelkomponenten erhebliche Geldeinsparungen möglich.

Besonders beim Yeti: Ein Wechsel zwischen 4 verschiedenen Richtcharakteristiken (Niere, Kugel, omnidirektional und Stereo) ist möglich, aber: USB scheint so seine Tücken zu haben. Im Netz ist viel von Serienstreuung (unabhängig vom Hersteller) und unzuverlässigen Kombinationen aus Hubs, Rechnern etc. zu lesen. Daher ist der allgemeine Rat: Lieber auf ein externes Audio-Interface mit einem XLR-Mikro und Phantomspeisung setzen.

Vorteil der USB-Variante: Es ist kein externes Audio-Interface nötig, als Kopfhörer genügen mitunter auch die klassischen kleinen Knöpfe im Notebook – und somit ist eine “Sendefähigkeit” in Rundfunkqualität für rund 100 Euro realisierbar. Mehr Geld erkauft hauptsächlich ein mehr an Zuverlässigkeit.

Nach “unten” ist bestimmt noch etwas Luft, der Steinberg UR12 ist immer noch recht kostspielig – es gibt garantiert noch andere Audio-Interfaces, die hier ähnlich gut performen. Wer hier mit einer bestimmten Hardware gute Erfahrungen gemacht hat, möge es mir kurz mitteilen! Für Podcaster scheint das Gerät der Wahl das Focusrite Scarlett Solo zu sein, das vom Funktionsumfang und Preis sehr ähnlich ist, aber optisch etwas schicker daherkommt.

Ich habe das Gerät aber schon vor einigen Jahren gekauft, um mein altes Behringer-Pult (ohne USB und co) an den Rechner anzuschließen, das jetzt durch das Rodecaster Pro ersetzt ist. Bei uns steht das Setup im Schlafzimmer für den Fall, dass wir beide parallel Video- bzw. Telefonkonferenzen flexibel aus dem Büro ziehen können.

"Waschechte" Homeoffice-Situation - unser Ausweich-Setup im Schlafzimmer - hier klischee-echt vor dem Wäschekorb, der den Schall auch noch ein wenig schluckt.
“Waschechte” Homeoffice-Situation – unser Ausweich-Setup im Schlafzimmer – hier klischee-echt vor dem Wäschekorb, der den Schall auch noch ein wenig schluckt.

Auch hier: Garantiert gibt es viele andere gut klingende Kombinationen – wer hier Hinweise hat, gern fix ne Nachricht an mich.

Für ein besseres Videobild auch mit der internen Kamera des Rechners verlinke ich hier nochmal diesen älteren Beitrag – es ist erstaunlich, was durch geschicktes Positionieren schon alles auch aus schlechten Kameras rauszuholen ist.