Funkmikros am Desktop: Rode Wireless Go

Sieht nicht professionell aus, klingt aber so. Sender und Empfängereinheit des Wireless Go mit diversen Kabeln, sodass ein Anschluss an Notebook und externes Mikrofon möglich ist.
Sieht nicht professionell aus, klingt aber so. Sender und Empfängereinheit des Wireless Go mit diversen Kabeln, sodass ein Anschluss an Notebook und externes Mikrofon möglich ist.

Mal ein kleiner Adapter-Hack: Workshops, Webinare und Seminare können online lebendiger wirken, wenn der Dozent beim Sprechen steht (deswegen habe ich mir in meinem Studio einen Steh-Schreibtisch installiert). Bei dieser neu gewonnenen Beweglichkeit kommt aber früher oder später die Frage nach dem Ton auf – und ein Mikrofon mit Stativ ist nicht in jeder Situation gewünscht oder flexibel genug.

Bei mir im persönlichen Umfeld suchten gerade eine Fitness-Trainerin und eine Trainerin für Sprecherziehungen nach Lösungen für ihre Online-Termine.
Es gibt verschiedenste Funkstreckenlösungen, die aber in der Anschaffung recht kostenintensiv sind, ich will hier eine mit ein paar Kabeln gepimpte Variante einer eigentlich reinen Mojo-Hardware (Mobile Journalism) vorstellen, mit der verhältnismäßig günstig ebenfalls eine flexible Lösung auch für den heimischen Schreibtisch in Kombination mit der Webcam genutzt werden kann.

Wireless Go – perfekt für Smartphones und Spiegelreflex-Kameras

Mit dem “Wireless Go” hat Rode ein bezahlbares Stück Technik im Portfolio, das sich primär für den Anschluss an eine Spiegelreflex-Kamera empfiehlt. Das Kit ist aufgeteilt in einen Sender und einen Empfänger, die automatisch gekoppelt sind und zumindest auf Sichtreichweite eine sehr vernünftige Funkstrecke aufbauen. Der Sender, den der Protagonist am Körper trägt, hat bereits ein kleines Mikrofon mit eingebaut, für schnelles Produzieren und Einrichten bedarf es also keiner weiterer Geräte. Für ein wenig besseren Ton ist es möglich, ein externes Lavallier-Mikro anzuschließen, die Eigenentwicklung Smartlav+ von Rode wird hier vom Hersteller empfohlen – und funktioniert auch super.

Sende-Einheit mit Smartlav-Lavallier-Mikrofon und TRS-Adapter

Beim Kauf sind in der Packung Sender & Empfänger, USB-C-Kabel, Windschutz und Tasche auch ein rotes Spiralkabel für den Anschluss an Telefone und externe Kameras enthalten – der Versuch, das Set an ein Notebook anzuschließen, scheitert aber (weil der Rechner über den Klinkenanschluss nicht die Information mitbekommt, dass er gerade ein Mikrofon angeschossen bekommen hat. (Selbiges Phänomen tritt übrigens auch auf, wenn man das externe Lavallier-Mikrofon direkt in den Sender stöpselt – damit es funktioniert, ist der Rode TRRS auf TRS-Adapter notwendig (die meisten Tablets, Telefone & Notebooks erkennen TRRS nicht nativ und brauchen daher diesen Adapter – es gibt natürlich auch von anderen Herstellern entsprechende Kabel) – es funktioniert aber auch mit dem etwas günstigeren Modell von Heldenklang.

Die Sende-Einheit: Mit Splitterkabel und dem Spiralkabel ist ein Betrieb des Funkmikros am Laptop problemlos möglich.

Auf Empfänger-Seite ist noch ein Splitter-Kabel notwendig, um den Ton zum Klingen zu bringen – typischerweise kommen in modernen Smartphones und Notebooks aus der Kopfhörer-Buchse sowohl Mikrofon- als auch Lautsprecher-Klang. Wenn man jetzt den Rechner “überlistet” und über die Buchse mit dem Splitter-Kabel die beiden Signale trennt, ist ein Anschluss des Wireless Go problemlos möglich.

Nachteile des Wireless Go

Nachteile des Wireless Go: Das Gerät hat fest verbaute Akkus, wenn die den Geist aufgeben, wird das Set zum Elektroschrott – ich würde aus diesem Grund auch eher keine gebrauchten Geräte kaufen. Und: Das System ist für eine Sender-Empfänger-Kombination ausgelegt, es ist nicht möglich, mehrere Gesprächspartner mit einem Empfänger zu verarbeiten. (Einen kleinen Hack gibt es dennoch: Mit dem Rode SC6 ist es beispielsweise möglich, zwei Kabel-Lavallier-Mikros über einen Empfänger aufzuzeichnen, allerdings nicht auf getrennten Spuren – für ein schnelles mobiles Interview-Setup ist das aber evtl. ein gangbarer Weg. 

Anschluss an ein Mischpult

Ein Anschluss an ein externes Mischpult ist mit dem RodeVXLR+-Adapter möglich (Achtung, das “+” ist wichtig, damit wird die Phantomspannung passend umgewandelt. Bei Amazon ist der Adapter gerade zur Corona-Zeit nur zu Wucherpreisen erhältlich (über 50 Euro), bei Thomann gibt es den Adapter nur mit Wartezeit von bis zu 4 Wochen, dann allerdings für realistische 25 Euro. Ich habe mit zwei günstigen Adaptern (einmal No-Name uind einen von sevenoak – 35cxlr), experimentiert, aber bisher nur verrauschtes Signal bekommen.


Laut Hersteller sollen Sender und Empfänger ca. 7 Stunden funken, mein bisher längster Einsatz lag bei 5 Stunden – und die Akkus sind nach kurzer Zeit auch wieder über den USB-C-Anschluss aufgeladen.


Und: Lavallier-Mikrofone brauchen den Körperschall – am besten bringt man sie direkt am Hemd am Körper an und nicht “frei schwebend”.


Der Vollständigkeit halber: Es gibt natürlich auch unzählige Bluetooth-Lösungen, jedoch haben die im Vergleich einfach einen viel schlechteren Klang als andere Funklösungen.

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